Hellwach Narkolepsie erkennen UCB

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Narkolepsie und Autofahren

Von jedem Autofahrer muss erwartet werden, dass er beim Autofahren das Verkehrsgeschehen in jeder Situation aufmerksam wahrnimmt und sofort sachgerecht darauf reagieren kann. Das gilt auch für Narkolepsie-Patienten. Sie können dies aber wegen ihrer Tagesschläfrigkeit nicht immer jederzeit gewährleisten. Daher ist Auto fahren für Narkolepsie-Patienten ein Problem – aber eines, mit dem man in der Regel gut umgehen kann.

In wachem Zustand ans Steuer

Bei der phasenweise auftretenden Tagesschläfrigkeit ist die Aufmerksamkeit getrübt und das Reaktionsvermögen herabgesetzt. Das kann eine falsche Beurteilung der Verkehrssituation zur Folge haben und zu gefährlichem Verhalten im motorisierten Straßenverkehr mit Unfallfolgen führen.136In seinen wachen Phasen dagegen ist auch ein Narkolepsie-Patient in der Lage, sein Fahrzeug so sicher zu führen wie ein gesunder Mensch. Narkolepsie-Patienten kann daher nicht generell die Fahreignung abgesprochen werden. Es muss aber sichergestellt sein, dass sie nur in wachen Phasen Autofahren. Nach § 2 der Fahrerlaubnisverordnung (FeV)137 muss jeder Verkehrsteilnehmer dafür sorgen, dass er andere nicht gefährdet. Für Narkolepsie-Patienten heißt dies, dass sie sich nur in ausgeruhtem und wachem Zustand ans Steuer setzen dürfen.

Narkolepsie und Autofahren

Auf die Signale des Körpers achten

Möchte ein Narkolepsie-Patient Auto fahren, kann er sich darauf einstellen und etwa durch sorgfältige Tagesplanung dafür sorgen, dass er nur in hellwachem Zustand fährt.69 Er kann vor Fahrtantritt noch ein erholsames Schläfchen einlegen und/oder die vom Arzt verschriebenen stimulierenden Medikamente einnehmen, die für eine längere Zeit für Wachheit sorgen. Bemerkt der Patient während der Fahrt, dass Tagesschläfrigkeit aufkommt, hat er umgehend das Autofahren aufzugeben; etwa um ein kurzes Schläfchen zu halten, das erfrischt und wieder für Wachheit sorgt.69 Der Narkolepsie-Patient hat — gerade beim Autofahren — auf die Signale seines Körpers zu achten, denn Anzeichen von Müdigkeit können bemerkt werden. Da sich die Schläfrigkeit bei der Narkolepsie schneller aufbaut als bei einem Gesunden, hat der Patient unverzüglich zu reagieren, wenn er spürt, dass er müde wird.

Missachtung gilt als Straftat

Viele Narkolepsie-Patienten haben eine Fahrerlaubnis, und die meisten fahren seit Jahren unfallfrei. Sie wissen um ihre Gefährdung und stellen sich deshalb beim Autofahren darauf ein. Wer dagegen die Anzeichen aufkommender Müdigkeit nicht erkennen kann oder nicht bereit ist, das Autofahren zu unterbrechen, der ist für das Autofahren ungeeignet. Wenn ein Narkolepsie-Patient, der seine Krankheit kennt, bei Tagesschläfrigkeit noch Auto fährt und dann einen Unfall verursacht, begeht nach § 316b StGB138 eine Straftat, er handelt nicht etwa nur ordnungswidrig. Außerdem kann er seinen Versicherungsschutz verlieren.

Ärztliches Gutachten

In der FeV sind bei der Aufzählung der Erkrankungen, die die Fahreignung in Frage stellen können, seit 2007 auch Schlafstörungen aufgeführt.139 Dazu gehört auch die Narkolepsie. Eine Fahreignung ist nicht gegeben, wenn die Schlafstörung nicht behandelt wird und eine messbare auffällige Tagesschläfrigkeit vorliegt (Anlage 4 (zu den §§ 11, 13 und 14) Eignung und bedingte Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen, Fahrerlaubnis-Verordnung - FeV).

Dagegen ist die Fahreignung zu bejahen, wenn die Schlafstörung behandelt wird und keine messbare auffällige Tagesschläfrigkeit vorliegt (Anlage 4 (zu den §§ 11, 13 und 14) Eignung und bedingte Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen, Fahrerlaubnis-Verordnung - FeV). Erfährt die Straßenverkehrsbehörde, dass der Inhaber einer Fahreerlaubnis an Narkolepsie erkrankt ist, dann wird in der Regel die Beibringung eines ärztlichen Gutachtens auf Kosten des Betroffenen angeordnet. Bei der Auswahl des Arztes, der das Gutachten über die Fahreignung des Narkolepsie-Patienten anfertigen soll, ist darauf zu achten, dass der Arzt neben der verkehrsmedizinischen Qualifikation auch gründliche Kenntnisse der Schlafmedizin hat. Kataplexien können für die Frage nach der Fahreignung höchstens im Einzelfall eine Rolle spielen. Es sind keine verwertbaren Zahlen bekannt, dass Kataplexien Auslöser von Verkehrsunfällen waren.

  1. Geisler P: Hypersomnie, Narkolepsie und Tagesmüdigkeit. UNI-MED Verlag AG, Bremen, 1. Aufl. 2009
  2. Kotterba S: Narkolepsie und Fahrtauglichkeit. In: Mayer G, Pollmächer T (Hrsg.): Narkolepsie - Neue Chancen in Diagnostik & Therapie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2007, S. 71-79
  3. Fahrerlaubnisverordnung - Eingeschränkte Zulassung (§ 2, Artikel 2 des Gesetzes vom 13. Dezember 2010 (BGBl. 1 S. 1980), die durch Artikel 2 Absatz 14 des Gesetzes vom 3. Mai 2013 (BGBl. 1 S. 1084) geändert worden ist
  4. Strafgesetzbuch – Besonderer Teil, 28. Abschnitt Gemeingefährliche Straftaten - Störung öffentlicher Betriebe (§316b, Absatz 1 des Gesetzes vom 13. November 1998 (BGBl. 1 S. 3322) zuletzt geändert durch das Gesetz vom 04.07.2013 (BGBl. 1 S. 1981) m.W.v. 22.07.2013
  5. Fahrerlaubnisverordnung – Anlage 4 Eignung und bedingte Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen (11.2 Schlafstörungen) des Gesetzes vom 13. Dezember 2010 (BGBl. 1 S. 1980), die durch Artikel 2 Absatz 14 des Gesetzes vom 3. Mai 2013 (BGBl. 1 S. 1084) geändert worden ist
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