Hellwach Narkolepsie erkennen UCB

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Kataplexien bei Narkolepsie

Kataplexien sind kurz andauernde Episoden  von Muskelversagen, die unterschiedlich schwer ausfallen können. In leichteren Fällen führt eine Kataplexie bei Narkolepsie beispielsweise nur zum Erschlaffen der Gesichtsmuskeln. Bei anderen Patienten wiederum werden die Knie weich. In schwereren Fällen kann es passieren, dass der Betroffene vollkommen in sich zusammensackt und zu Boden fällt. Die Gesichtsmuskulatur ist bei einem kataplektischen Anfall jedoch fast immer mit einbezogen.69, 115, 109, 111, 71

Ärzte bezeichnen Kataplexien auch als affektiven Muskeltonusverlust. Das bedeutet, dass diese Attacken fast ausschließlich durch plötzliche Affekte, also Emotionen, ausgelöst werden. Plötzlicher Auslöser sind beispielsweise

  • Lachen,
  • Ärger oder
  • eine Überraschung

Deshalb werden Kataplexien auch häufig als "Lachschlag" bezeichnet.69, 115, 109, 111, 71

Kataplexien bei Narkolepsie

Unterschied zum epileptischen Anfall

Während einer Kataplexie bei Narkolepsie bleibt der Patient bei Bewusstsein. Er ist wach und nimmt die Reaktionen der Umstehenden wahr. Er kann sich nach der Kataplexie an alles erinnern, was um ihn herum vorgegangen ist – obwohl er nicht darauf reagieren konnte. Dadurch unterscheidet sich eine Kataplexie deutlich von einem plötzlichen Bewusstseinsverlust („Synkope“) oder von einem epileptischen Anfall.69, 115, 109, 111, 71

Attacken dauern wenige Sekunden

Eine Kataplexie bei Narkolepsie ist an sich nicht gefährlich. Die Atmung sowie die Schlundmuskulatur sind nie betroffen. Auch die Muskulatur im Magen-Darm-Bereich ist nicht betroffen. Verletzungen treten eher selten auf, da der Betroffene nicht, wie bei einem epileptischen Anfall, plötzlich zusammenbricht, sondern langsam in sich zusammensackt. Meistens dauern die Attacken nur wenige Sekunden, in seltenen Fällen länger. Danach kann sich der Patient wieder aufrichten und normal bewegen.69, 115, 109, 111, 71

Missverständnisse durch Kataplexien

Für die Betroffenen sind Kataplexien, insbesondere wenn sie in der Öffentlichkeit auftreten, häufig unangenehm oder peinlich. Eine Kataplexie im Bereich des Gesichtes wird als Grimasse interpretiert; ein torkelnder Gang auf übermäßigen Alkoholkonsum zurückgeführt. Eine Kataplexie, die den ganzen Körper betrifft und zum Sturz führt, wird als medizinischer Notfall gedeutet, bei dem sofort ein Rettungswagen angefordert wird. Um solche Situationen zu vermeiden, gehen viele Betroffene emotionalen Situationen aus dem Weg. So meiden sie beispielsweise Kinobesuche oder sogar ihren Freundes- und Bekanntenkreis aus Scham, eine Kataplexie vor den Augen anderer Menschen zu erleiden. Dieser Rückzug aus Angst vor Vorurteilen und Ausgrenzung macht sie schnell zu Außenseitern. Dies kann aber vermindert, u.U. sogar ganz verhindert werden, indem Betroffene ihr Umfeld über ihre Erkrankung informieren.69, 115, 109, 111, 71

Eindeutiges Narkolepsie-Symptom

Da die Symptome einer Kataplexie sehr eindeutig und ein sicheres Zeichen für das Vorliegen einer Narkolepsie-Erkrankung sind, vereinfachen sie die Diagnose „Narkolepsie“ erheblich.69, 116 Umgekehrt kann eine Narkolepsie auch unabhängig von einer Kataplexie festgestellt werden, wenn andere Symptome vorhanden sind. Zumeist stellen sich Kataplexien erst nach dem Beginn der Tagesschläfrigkeit ein. Der Abstand kann Wochen, manchmal auch Jahre, betragen.69, 115, 109, 111, 71

  1. Geisler P: Hypersomnie, Narkolepsie und Tagesmüdigkeit. UNI-MED Verlag AG, Bremen, 1. Aufl. 2009
  2. Mayer G: Narkolepsie - Taschenatlas spezial. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2006
  3. ICSD - The International Classification of Sieep Disorders. Diagnostic and Coding Manual. American Academy of Sleep Medicine, Westchester IL, 2. Auf!. 2005, S. 79-94
  4. Mayer G: Narkolepsie. Genetik - Immungenetik - Motorische Störungen. Blackwell Wissenschafts-Verlag, Berlin, Wien 2000
  5. Giacomini A, Tognoli RL, Hydes N: Narcolepsy. In: Butkov N & Lee-Chiong T (Hrsg.): Fundamentals of Sleep Technology. Wolters Kluwer, Lippincott Williams & Wilkins, Philadelphia et al. 2007, S. 159-167
  6. Staedt J & Riemann D: Diagnostik und Therapie von Schlafstörungen. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart, 1. Aufl. 2007, S. 9-23; 77-92
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