Hellwach Narkolepsie erkennen UCB

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Ursachen von Narkolepsie

Narkolepsie ist eine neurologische (vom Gehirn ausgehende) Funktionsstörung. Sie betrifft die Bereiche des Gehirn, die Schlaf und Wachsein steuern. Ursache ist vermutlich ein Zusammenspiel aus (ererbter) Veranlagung und Umweltfaktoren.109, 127

Neueste Untersuchungsergebnisse zeigen, dass im Gehirnwasser (Liquor) von vielen Narkolepsie-Patienten weniger Hypocretin (auch bekannt als Orexin) als bei Gesunden vorhanden ist. Hypocretin ist ein Botenstoff des Gehirns. Dieser Neurotransmitter – ein biochemischer Stoff, der Informationen von einer Nervenzelle zur anderen weitergibt – spielt bei der Regulation von Schlaf und Wachsein eine wichtige Rolle. Bei Narkolepsie-Patienten vermutet man, dass eine fehlgesteuerte Immunreaktion die Zellen beinträchtigt oder zerstört, die den Botenstoff Hypocretin produzieren. Ohne Hypocretin kann der Mensch dem normalen Schlaf-Wachrhythmus nicht folgen.109, 127

Ursachen von Narkolepsie

Durcheinander der Schlafphasen

Schlafmediziner unterscheiden zwischen Non-REM-Schlaf und REM-Schlaf. Letzterer ist durch rasche Bewegungen der Augen unter den Lidern gekennzeichnet (REM = Rapid Eye Movement). Bei Narkolepsie handelt es sich um eine Störung des Schlaf-Wachrhythmus, bei der sowohl die Regulation des REM-Schlafes als auch des Non-REM-Schlafs betroffen ist. Außer der gestörten Fähigkeit, wach zu bleiben, treten Menschen mit Narkolepsie offenbar leichter vom Wachzustand in den REM-Schlaf ein. Viele Symptome der Narkolepsie lassen sich als Auswirkungen von unvollständigem und zu unpassenden Uhrzeiten auftretendem REM-Schlaf erklären.69

Ursachen der Schlafkrankheit

Impfungen und Infektionen

Die Impfung gegen die Influenza-A-(H1N1), auch Schweinegrippe genannt, wurde in der Presse als Auslöser für Narkolepsie diskutiert. Grund hierfür ist, dass in der Vergangenheit nach Impfungen mit dem Medikament Pandemrix gehäuft Fälle von Narkolepsie aufgetreten sind.76 Ergebnisse einer neuen Studie   unterstützen zwar die Hypothese, dass es einen Zusammenhang zwischen Pandemrix und Narkolepsie gibt. Ein ursächlicher Zusammenhang, ließ sich jedoch nicht beweisen.77 Als weiterer auslösender Faktor einer Narkolepsie werden bestimmte bakterielle Infektionen, z.B. mit Streptokokken, diskutiert.140

Stress als Auslöser?

Stress oder bestimmte Lebensumstände sind höchstwahrscheinlich nicht die entscheidende Ursache für Narkolepsie. Allerdings gehören (starker) psychischer Stress aber auch Schädel-Hirn-Traumen, Operationen, Narkosen, entzündliche Erkrankungen (Enzephalitis, Multiple Sklerose), Tumoren oder Erkrankungen des ZNS zu den Ereignissen, die einer Narkolepsie vorausgehen können. Ob sie jedoch tatsächlich Auslöser der Narkolepsie sind, ist nicht bewiesen.126, 71

Kein Einfluss auf Lebenserwartung bei Narkolepsie

Nach dem heutigen Stand der Forschung ist Narkolepsie eine chronische Krankheit, die zwar nicht heilbar, aber behandelbar ist. Obwohl Narkolepsie das tägliche Leben sehr beeinträchtigt, beeinflusst sie nicht die Lebenserwartung.

  1. Geisler P: Hypersomnie, Narkolepsie und Tagesmüdigkeit. UNI-MED Verlag AG, Bremen, 1. Aufl. 2009
  2. Mayer G: Narkolepsie - Taschenatlas spezial. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2006
  3. Poli F et al. Narcolepsy as an adverse following immunization: Case definition and guidelines for data collection, analysis and presentation. Vaccacine 2013; 31(6): 994-1007
  4. Wijnans L et al. The incidence of narcolepsy in Europe: Before, during, and after the influenza A(H1N1)pdm09 pandemic and vaccination campaigns. Vaccine 2013; 31(8): 1246-1254
  5. ICSD - The International Classification of Sieep Disorders. Diagnostic and Coding Manual. American Academy of Sleep Medicine, Westchester IL, 2. Auf!. 2005, S. 79-94
  6. Mayer G: Narkolepsie. Genetik - Immungenetik - Motorische Störungen. Blackwell Wissenschafts-Verlag, Berlin, Wien 2000
  7. Pollmächer T: Pathophysiologie und Genetik - von der HLA-Typisierung und vom Orexin-Defizit zu den Symptomen und den metabolischen Veränderungen. In: Mayer G, Pollmächer T (Hrsg.): Narkolepsie – Neue Chancen in Diagnostik & Therapie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2007, S. 16-27
  8. Fontana A et al. Narcolepsy: autoimmunity, effector T cell activation due to infection, or T cell independent, major histocompatibility complex class II induced neuronal loss? Brain 2010; 133: 1300-1311.
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