Bettgeschichten von gestern und heute

Das Freiberger Betten- und Schlafmuseum präsentiert seit Ende 2012 alles rund um die Entwicklung der Nachtruhe und Schlafstätten des Menschen. Vom Strohsack bis zum Seilbett können die Besucher über 100 Objekte bestaunen, aber auch Wissenswertes über das eigene Schlafverhalten mitnehmen.

So einfach schlief man in der Vergangenheit - Seilbett statt Luxusmatratze.

In seiner Familie wurde ihm das Interesse an Betten und am Schlaf in die Wiege gelegt: Thomas Uhlmann, Initiator und Leiter des neuen Museums, setzt eine Tradition fort, die vor über 110 Jahren mit der Gründung eines Bettengeschäfts begann.

Die Idee, ein Museum zu errichten, spukte Uhlmann schon seit gut zehn Jahren im Kopf herum. Doch das Ziel, etwas Einzigartiges zu schaffen, konnte nur mit viel Zeit und Mühe realisiert werden. Allein die Erstellung der 120 Texttafeln, die dem Besucher wichtige Informationen vermitteln und alle mit einem Sinnspruch zum Thema Schlaf versehen sind, hat gut ein Jahr in Anspruch genommen. Zudem sind fast alle Exponate mit viel Liebe über die Jahre hinweg von Uhlmann selbst zusammengetragen worden.

Exponate aus der ganzen Welt: Wissenschaft mal anschaulich

Bestaunt werden können vor allem Ausstellungsstücke aus dem deutschsprachigen Raum, aber auch aus anderen Ländern Europas, Amerika und Afrika. Bis heute ist kein Trödelladen oder Antiquitätenhändler vor Uhlmann sicher. Freunde und Familie halten natürlich ebenfalls immer die Augen nach möglichen Exponaten auf. Das nachweislich älteste Stück stammt aus dem 17. Jahrhundert, ein anderes geschätzt aus dem 13. oder 14. Jahrhundert. Bei beiden handelt es sich um sogenannte Bettöfen, die in eisigen Zeiten für wohlige Wärme unter der Bettdecke sorgten.

Statt einer Sammlung kurioser Gegenstände oder dem Präsentieren unterhaltsamer Anekdoten steht im Freiberger Museum aber das wissenschaftliche Interesse am Schlaf im Vordergrund. Natürlich darf der Spaß dabei nicht zu kurz kommen. Schließlich soll das Museum etwas für jeden Besucher bieten: vom Schulkind bis zum interessierten Fachmann.

Und in Zukunft?

Im Mai bekam das sächsische Museum eine spektakuläre Leihgabe: ein echtes „Astronautenbett“. Eine Schlafvorrichtung, die mit Haken im Raumschiff befestigt werden kann und die tatsächlich schon im All war. Doch abgesehen von solchen Highlights gehen dem Museumsbetreiber die Ideen ohnehin nie aus. Aktuell arbeitet er an neuen Informationstafeln zum „Träumen“, aber auch auf thematische Schwerpunkte zum „Schlaf auf Reisen“ und „Die Geschichte der Prostitution“ können sich Besucher in Zukunft freuen.

Weitere Informationen zum Betten- und Schlafmuseum gibt es unter www.schlafmuseum.info.

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