„DreamBank“: Ein Traumarchiv gegen das Vergessen

Die Internetdatenbank „DreamBank“ der Universität Santa Cruz (USA) stellt Wissenschaftlern und Laien mehr als 22.000 Träume zur Verfügung. Diese stammen aus diversen Quellen, Studien und Experimenten. Mithilfe einer Suchmaschine kann der Besucher der Website gezielt nach Trauminhalten suchen – ob für Forschungszwecke oder persönliche Traumstudien.

Träume können faszinierend und rätselhaft sein, oft jedoch haben wir sie bereits kurz nach dem Aufwachen vergessen. Die „DreamBank“ versucht, den Träumen ihre Flüchtigkeit zu nehmen und sammelt, archiviert und verschlagwortet sie. Ganz egal, ob es sich um den Traum eines Siebenjährigen oder eines 74-Jährigen handelt.

Während die meisten Einträge aus dem englischsprachigen Raum stammen, finden sich auch rund 6.000 „deutsche Träume“ in der Datenbank der kalifornischen Wissenschaftler. Von Untersuchungen im Schlaflabor über Befragungen von Schulklassen und Studenten bis hin zu privaten Dokumentationen der nächtlichen Parallelwelt: Das Konglomerat von Träumen stammt aus den unterschiedlichsten Quellen und erstreckt sich von 1897 bis heute.
 
Nur ein geringer Prozentsatz der Träumer fliegt „aus eigenem Antrieb“ – es sind lediglich 0,5%.
 
Einblicke in das eigene Traumverhalten
 
Was träumen wir? Und warum? Was verraten Träume über uns? Bei der Suche nach Antworten kann die „Traumbank“ erstaunliche Einsichten liefern. Traumtagebücher ein und derselben Personen, die sich über Jahrzehnte erstrecken, können Schlüsse über die emotionale Entwicklung und die Persönlichkeit dieses Menschen zulassen. Doch auch wer immer wieder vom Fliegen träumt, kann sich über die Suchmaschine informieren. Wie oft kommen solche nächtlichen Bilder bei anderen Menschen vor? In welchem Zusammenhang tauchen sie auf?
 
Die Macher der „DreamBank“, Adam Schneider und G. William Donhoff, haben in der Vergangenheit die Fülle des zusammen-getragenen Materials genutzt, um eigene Studien und Analysen durchzuführen. Unter anderem konnten sie belegen, dass die sozialen Netzwerke eines Menschen in seinen Träumen denen entsprechen, die er auch im Wachzustand pflegt. Sie hoffen, dass in Zukunft auch andere Wissenschaftler die Ressourcen der Datenbank nutzen, um das weite Feld der Traumforschung
voranzutreiben.67
 
Mehr Informationen zur Traumbank unter www.dreambank.net.
 
Kategorie:
  1. Domhoff GW et al. Studying dream content using the archive and search engine on DreamBank.net. Consciousness and Cognition 2008; 17:1238-1247.