Narkolepsie und Fahrtauglichkeit

Müdigkeit im Straßenverkehr wird als Unfallursache häufig unterschätzt. Ist die Aufmerksamkeit beeinträchtigt, können die Folgen katastrophal sein. Daher ist jeder Teilnehmer im Straßenverkehr dazu verpflichtet, darauf zu achten, dass er sich und andere nicht gefährdet. Das gilt beim Autofahren, aber auch, wenn man z. B. mit dem Fahrrad oder als Fußgänger unterwegs ist. Da die Tagesschläfrigkeit eines der Hauptsymptome der Narkolepsie ist, heißt es besonders für Menschen mit Narkolepsie „Augen auf im Straßenverkehr!“

 

Begutachtung kann helfen

Es ist ratsam, das Thema Fahrtauglichkeit ganz offen mit dem Arzt zu besprechen. Im Zweifel kann eine Begutachtung klären, ob die Fahrtauglichkeit durch Narkolepsie eingeschränkt ist. Grundlage dafür sind die „Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung“. Deren neue Fassung, ist seit dem 1. Mai 2014 gültig und enthält nun ein eigenes Kapitel zum Thema Tagesschläfrigkeit.195„Das ist ein großer Fortschritt“, berichtet Prof. Dr. med. Sylvia Kotterba aus Leer, die an der Erarbeitung der Leitlinien mitgearbeitet hat. Damit könne auf Patienten mit Narkolepsie individueller eingegangen werden.

„Zur eigenen Sicherheit empfehlen wir den Patienten, sich fachärztlich beraten bzw. begutachten zu lassen,“ so die Expertin. Denn kommt es zu einem Unfall, würde die Versicherung unter Umständen versuchen, die Ursache in von den Betroffenen nicht beachteten  Narkolepsie-Symptomen zu sehen und evtl. die Leistung einzuschränken. Mit einem Gutachten habe man etwas, was helfen könne.

Auf die Signale des Körpers achten

„Eine Begutachtung entbindet einen Fahrzeugführer jedoch nicht davon, sich verantwortungsbewusst zu verhalten“, bringt es Prof. Kotterba auf den Punkt. Das A und O ist, auf die Signale des Körpers zu achten: Bin ich in meiner derzeitigen Form in der Lage, Auto zu fahren? Treten Anzeichen von Müdigkeit auf? Ist man sich unsicher, sollte man den Wagen lieber stehen lassen.

Tipps: Mit Narkolepsie wach und aufmerksam im Straßenverkehr195

  • Medikamente wie verordnet einnehmen, bedarfsgerecht an die Situation anpassen (z.B. kurzfristige Stimulanzienerhöhung)
  • Bei ersten Anzeichen von Müdigkeit Pause einlegen
  • Regelmäßige Pausen bei längeren Fahrten einplanen
  • Beifahrer bitten, auf Anzeichen von Müdigkeit zu achten
  • Gespräche mit dem Beifahrer helfen bei monotonen Fahrten, z. B. auf der Autobahn – allerdings nur über kurze Zeitspannen.
  1. Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung, Bundesanstalt für Straßenwesen, Bergisch Gladbach, gültig ab 01. Mai 2014. www.bast.de (letztes Zugriffsdatum 26.08.2014)