Narkolepsie und Kataplexien

Wenn beim Lachen, bei Überraschungen oder Ärger Ihre Gesichtsmuskeln erschlaffen, Sie weiche Knie bekommen oder Ihnen etwas aus der Hand fällt, könnte es sich um eine Kataplexie handeln. Kataplexien sind ein sicheres Zeichen für eine Narkolepsie und treten bei 80 – 90 Prozent der Narkolepsie-Patienten auf.178 Viele Betroffene berichten ihrem Arzt allerdings nichts von diesem plötzlichen Verlust der Muskelspannung.179 Dabei ist die Information für die Diagnosestellung wichtig.178

Kataplexie hat viele Gesichter

Kataplexien sind im Gegensatz zu den Symptomen Tagesmüdigkeit oder -schläfrigkeit  sehr spezifisch für eine Narkolepsie. Das Symptom tritt jedoch nicht bei jedem Narkolepsie-Patienten von Anfang an auf.180Oder, es ist nur so gering ausgeprägt, dass es von Außenstehenden bzw. den Betroffenen selbst nur wenig wahrgenommen wird.181 182 So kann eine Kataplexie sich manchmal auch nur durch181

  • ein Erschlaffen der Gesichtsmuskulatur,
  • eine verwaschene Sprache oder 
  • ein kurzes Einknicken der Knie

bemerkbar machen und nur wenige Sekunden andauern.

Nicht immer ist die Kataplexie so stark ausgeprägt, dass die gesamte Muskulatur betroffen ist und der Betroffene zusammensackt und hinstürzt.181 182 Oft sprechen Betroffene, insbesondere Kinder oder Jugendliche, auch nicht über solche Symptome, da es ihnen peinlich ist.181 Sie sind vielmehr „wahre Meister“ darin, ihre Kataplexien zu überspielen. Oder sie versuchen Situationen, die eine Kataplexie auslösen könnten, aus dem Weg zu gehen und intensive Gefühle, wie Freude, Stolz oder Ärger (Auslöser einer Kataplexie) zu vermeiden.180 182 Die Unterdrückung solcher Gefühle bedeutet aber für die Betroffenen eine starke Einschränkung in ihrer Lebensqualität. 

Kataplexien können behandelt werden, Voraussetzung ist eine korrekte Diagnose. Deshalb sollten dem Arzt solche Symptome nicht aus falscher Scham verschwiegen werden. 

Weiterlesen zum Thema: Kataplexien  

Kategorie:
  1. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.: Narkolepsie; Federführend: Prof. Dr. Christian Gerloff, Stand: September 2012; www.awmf.org, (letztes Zugriffsdatum 16.01.2014).

  1. Schredl, Dr. Michael: „Hypersomnische Schlafstörungen“; in: Praxis der Schlafmedizin, Hrsg: Struck, Dr. Boris et al., Springer Medizin Verlag, 2009.

  1. Narkolepsie – Patientenratgeber der deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, www.charite.de (letztes Zugriffsdatum 14.01.2014)

  1. Mayer G et al.: Narkolepsie – Neue Chancen in Diagnostik & Therapie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2007

  1. Geisler, Dr. Peter: Hypersomnie, Narkolepsie und Tagesmüdigkeit, UNI-MED Verlag AG, 2009.