Narkolepsie und Sexualität

Mangelnde Lust und Erregungsfähigkeit sind aus Sicht von Narkolepsie-Patienten und deren Partnern die stärksten Beeinträchtigungen im Sexualleben.204 In den wenigen Untersuchungen, die sich mit den Auswirkungen einer Narkolepsie auf das Sexualleben beschäftigen, wurden als spezielle Problembereiche bei Narkolepsie ein Libidoverlust aufgrund von Müdigkeit, Kataplexien bei Erregung sowie sexuelle Störungen aufgrund von Arzneimitteln oder auch häufigen Begleiterkrankungen wie der Diabetes genannt.

Was kann man für sich und die Partnerschaft tun?

An erster Stelle steht das Gespräch über die erlebten Symptome  und ein Austausch über die persönlichen Vorstellungen und Bedürfnisse beider Seiten, meint die Diplompsychologin Renate Wehrle vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München. 204

Dem Partner sollte deutlich gemacht werden, dass weder Desinteresse oder Langeweile die Gründe für die reduzierte Erregbarkeit oder ein Einschlafen während des Liebesaktes sind. Im Gegenteil, das komplette Erschlaffen der Muskulatur und damit verbundene Umkippen (Kataplexie) ist nicht kontrollierbar und wird durch Emotionen, die beim Sex eine große Rolle spielen, ausgelöst. Treten Kataplexien auf, so ist das, nach Äußerung von Narkolepsie-Patienten ein Zeichen dafür, dass man sich wohl und aufgehoben fühlt und sich bei dem Partner entspannen kann. 205

Besteht die Befürchtung, dass Medikamente für eine geringere sexuelle Erregbarkeit verantwortlich sind, sollte man mit seinem Arzt hierüber sprechen. Ebenso auch in Bezug auf das Thema Verhütung, da einige Medikamentedie Wirkung von Verhütungsmitteln beeinträchtigen können.

  1. Wehrle R. Sexualität bei Narkolepsie. Das Schlafmagazin; 8/2006 (online Zugriff: www.dasschlafmagazin.de) (letztes Zugriffsdatum: 22.08.2014)

  1. Narkolepsie Info. www.dng-ac.privat.t-online.de (letztes Zugriffsdatum 20.08.2014)