Narkolepsie und Sport

Ob Joggen, Radfahren oder das Ballspiel im lokalen Verein, Sport und regelmäßige Bewegung gehören zu einer gesunden Lebensweise. Auch Narkolepsie-Patienten sollten Sport treiben. Denn sportliche Aktivitäten wirken sich positiv auf die Wachheit am Tage aus und verbessern die Schlafqualität in der Nacht.190 193

Erlaubt ist was Spaß macht

Generell gibt es keine Sportart, die ein Narkolepsie-Patient meiden muss. Allerdings sollte man seinen Körper und seine Erkrankung richtig einschätzen können. Vor allem im Hinblick auf mögliche Kataplexien.191 Denn ein plötzlicher Verlust der Muskelspannung kann bei Sportarten wie Schwimmen, Tauchen oder Radfahren schwerwiegende Folgen  haben, wie z.B. ertrinken oder stürzen.190

Das Beispiel des passionierten Mountainbikers Marc Brodesser, der seit dem 14. Lebensjahr an Narkolepsie erkrankt ist, zeigt aber, dass selbst risikoreichere Sportarten möglich sind, wenn man seine Auslöser für Kataplexien kennt.191Er hat seinen Sport sogar zum Beruf gemacht und gibt Mountainbike-Kurse. „Dadurch, dass ich mich beim Mountainbiken sportlich betätige, habe ich die Müdigkeit im Griff“, sagt der 27-Jährige. Sport beeinflusst das physische Befinden positiv – und hilft auch gegen Übergewicht, dass sich bei vielen Narkolepsie-Patienten nach Beginn der Erkrankung einstellen kann.190 192

Planung der sportlichen Aktivitäten

Experten, wie Prof. Geert Mayer von der Neurologischen Hepata Klinik in Treysa, empfehlen Narkolepsie-Patienten, sich zu zweit oder in der Gruppe sportlich zu betätigen. Dies kann von Vorteil sein, wenn beispielsweise Kataplexien auftreten.193 Definitiv macht es auch mehr Spaß, gemeinsam Sport zu treiben und Sportpartner können auch dabei helfen, den „inneren Schweinehund“ zu überwinden, wenn Müdigkeit oder Unlust der Motivation im Wege stehen. Ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt ist sinnvoll, wenn es darum geht seine Möglichkeiten und Grenzen bei sportlichen Aktivitäten auszuloten, insbesondere wenn man vorhat, Leistungs- oder Extremsport zu betreiben.190 193

  1. Kraemer, Susanne: „Psychosoziale Folgen, Krankheitsbewältigung und nichtmedikamentöse Therapie der Narkolepsie“ in Narkolepsie – Neue Chancen in Diagnostik & Therapie, Hrsg: Mayer, G.; Pollmächer, T.; Georg Thieme Verlag KG, 2007.

  1. Brodesser, Marc; persönliches Interview geführt von Julia Schweinberger, Spiegel Online, 21.2.2013, www.spiegel.de (letztes Zugriffsdatum 15.01.2014)

  1. Narkolepsie – Patientenratgeber der deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, www.charite.de (letztes Zugriffsdatum 14.01.2014)

  1. Mayer, Geert: Narkolepsie – Taschenatlas spezial; Georg Thieme Verlag KG, 2006.