Narkolepsie und Uhrengene

Uhrengene sind Gene, die bei Menschen und Tieren Schlafen und Wachsein regulieren. Sie bestimmen den Rhythmus unserer inneren biologischen Uhr und sind mitverantwortlich dafür, ob wir zu den Frühaufstehern oder den Nachteulen gehören. Aber auch bei der Narkolepsie sind sie beteiligt, wie neuere Untersuchungen zeigen.

Wie tickt die innere Uhr?

Eine aktuelle Studie belegt, dass Uhrengene an der Entstehung von Schlafstörungen beteiligt sind. „Es gibt erste Hinweise darauf, dass die exzessive Schläfrigkeit auch bei der Narkolepsie durch Uhrengene mitbeeinflusst wird“, weiß der Schlafexperte Prof. Dr. Peter Young aus Münster zu berichten. Bei Menschen mit Narkolepsie ist eines dieser Gene weniger aktiv als bei Gesunden.194Die übermäßige Schläfrigkeit bei Narkolepsie ist demnach nicht wie bisher angenommen ausschließlich durch das Hypocretin-System zu erklären. Die neuen Erkenntnisse könnten zur Entwicklung neuer Therapieansätze bei Narkolepsie beitragen.

Uhrengene bringen uns wieder in Takt

Licht, Temperatur und Zeitverschiebungen beeinflussen den Schlaf-Wach-Rhythmus. Nach einer Zeitumstellung, z. B. bei einer Fernreise, sorgen die Uhrengene dafür, dass wir uns den neuen Gegebenheiten anpassen können und nicht völlig aus dem Tritt kommen. Bei Menschen mit Narkolepsie kann die Anpassung etwas länger dauern. Warum das so ist und was dabei genau mit den Uhrengenen passiert, wollen Prof. Young und seine Kollegen jetzt in Studien untersuchen.

Tipps, damit es mit einer Zeitumstellung klappt

Damit z. B. nach Langstreckenflügen die Zeitumstellung einfacher gelingt, ist es ratsam, sich sehr schnell an den Tag-Nacht-Rhythmus der neuen Uhrzeit zu gewöhnen. Auf einem Transatlantikflug nach Amerika sollte man also versuchen sich wach zu halten und sich erst zu der normalen Schlafenszeit an dem neuen Bestimmungsort hinlegen.
Und wie werden dabei die Medikamente zur Behandlungder Narkolepsie eingenommen? „Es macht Sinn, die Präparate so einzunehmen, wie sie sozusagen im neuen Tag-Nacht-Rhythmus des neuen Bestimmungsortes eingenommen werden sollten, empfiehlt Prof. Young.194

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  1. Interview Prof. Dr. med. Peter Young, Münster. Wie tickt die innere Uhr bei Hypersomnikern? Fehlregulation als Krankheitsursache. XyREM Report 2/2014, 1-2