Sleep Musicalization: Wie aus Träumen Musik wird

Forscher der Universität Helsinki „verwandeln“ den menschlichen Schlaf in eine Musik der Nacht. Abstrakte Daten über das Schlaf-verhalten werden so, mittels einer eigens entwickelten Software, hör- und emotional erlebbar.

 

Nicht selten gibt es Momente, in denen man sich wünscht, das Leben hätte einen Soundtrack. Eine Art Begleitmusik, die zu dem passt, was wir gerade erleben und fühlen. Diesen Wunsch haben uns finnische Forscher der Universität Helsinki ein kleines Stückchen näher gebracht: Sie „übersetzen“ den nächtlichen Schlaf des Menschen in persönliche Lieder. Mal ruhig und bedächtig, mal laut und temporeich – genauso abwechslungsreich wie unsere Nächte eben sind.
In wissenschaftlichen Untersuchungen wimmelt es oft von Zahlen, Tabellen und Statistiken. Das Team um Aurora Tulilaulu entschied sich für einen ganz anderen Weg, seine Erhebungen zum Thema Schlaf zu veranschaulichen. Im ersten Schritt führten sie zwar, ganz klassisch, Messungen durch und dokumentierten Schlaf-phasen, Bewegungen, Herzschlag und Atemrhythmus. Was sie danach mit diesen Ergebnissen machten, ist jedoch völlig neu: Die eigens entwickelte Software Sleep Musicalization „übersetzt“ die erhobenen Daten in Klavier-Musik. Das Ziel: Wissenschaftliche Daten auf eine ganz andere Art und Weise vermitteln, indem man sie emotional greifbar macht.

Die unterschiedlichen Schlafstadien und Bewegungen während der Nacht beeinflussen das Thema der jeweiligen Musikstücke. © www.sleepmusicalization.net

Per Software zur persönlichen Schlaf-Komposition
Ausgangspunkt für das Umwandeln von Schlaf in Musik ist die genaue Überwachung der Nachtruhe. Mithilfe eines Sensors auf der Matratze können wichtige Informationen über Bewegungs-abläufe, Puls und Atmung erfasst werden. Die unterschiedlichen Schlafstadien lassen sich wiederum von diesen Daten ableiten.

Sleep Musicalization komponiert Musik, die dem Hörer ein Gefühl dafür gibt, wie der Schlaf der Nacht verlaufen ist. Der Herzschlag gibt das Tempo vor, die Atmung den Rhythmus und die einzelnen Schlafphasen sind jeweils am eigenen musikalischen Thema zu erkennen. Acht Stunden Schlaf werden so mittels Zeitraffer zu einem vierminütigen Musikkunstwerk komprimiert.

Hörproben und noch mehr Wissenswertes gibt es unter www.sleepmusicalization.net

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