Automatisches Verhalten bei Narkolepsie

Zum automatischen Verhalten gehören „im Halbschlaf“ weitergeführte Handlungen, die fehlerhaft oder sinnlos sein können. Automatisches Verhalten ist eine Folge der vermehrten Tagesschläfrigkeit. Durch Wecken kann das automatische Verhalten jederzeit unterbrochen werden.114 115 109 126 71 118

Handlungen im Halbschlaf

Schläft ein an Narkolepsie erkrankter Mensch ein, während er eine Tätigkeit ausführt, kann es passieren, dass er diese fortsetzt. Dabei „schläft ein Teil des Gehirns“ eigentlich schon, während der andere Teil versucht, die Handlung weiterzuführen. Schläft ein Betroffener beispielsweise beim Schreiben eines Briefes ein, schreibt er weiter, produziert aber unleserliche Zeichen. Erzählt ein Patient gerade eine Geschichte, schläft dabei ein und spricht weiter, ergeben seine Worte oftmals keinen Sinn. Manche Betroffene laufen auch während des Schlafens weiter und wachen dann an einem anderen Ort auf. Es kommt vor, dass der Betroffene sich an die  im Halbschlaf vorgenommenen Handlungen nicht mehr vollständig erinnern kann. Der Versuch, Schläfrigkeit durch Aktivität zu überwinden, kann in automatischem Verhalten enden.114 115 109 126 71 118

Erhöhtes Unfallrisiko

Das Fortführen automatischer Tätigkeiten kann über wenige Sekunden bis hin zu 30 Minuten anhalten. Riskant kann es werden, wenn ein Betroffener etwa eine gefährliche Maschine bedient und dabei in automatisches Verhalten verfällt. In solchen Momenten erhöht sich das Unfallrisiko.114 115 109 126 71 118

  1. Mayer G: Narkolepsie - Taschenatlas spezial. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2006

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  1. Mayer G: Narkolepsie. Genetik - Immungenetik - Motorische Störungen. Blackwell Wissenschafts-Verlag, Berlin, Wien 2000